Präambel
Siebenten-Tags-Adventisten anerkennen die Bibel als die
alleinige Grundlage ihres Glaubens und sind überzeugt, dass die
Heilige Schrift fundamentale Glaubenslehren enthält. Die
Glaubensaussagen, wie sie hier formuliert sind, stellen dar, wie
die Gemeinde die biblische Lehre versteht und bezeugt. Eine
Neufassung dieser Aussagen wäre anlässlich einer
Generalkonferenz möglich, sofern die Gemeinde durch den Heiligen
Geist zu einem tieferen Verständnis der biblischen Wahrheit
gelangt oder bessere Formulierungen findet, um die Lehren des
heiligen Gotteswortes auszudrücken.
Inhaltsverzeichnis:
1.
Die Heilige Schrift
2.
Die Dreieinigkeit
3.
Der Vater
4.
Der Sohn
5.
Der Heilige Geist
6.
Die Schöpfung
7.
Der Mensch
8.
Der große Kampf
9.
Leben, Tod und Auferstehung Christi
10.
Die Erfahrung der Erlösung
11.
Die Gemeinde
12.
Die Übrigen und ihr Auftrag
13.
Die Einheit der Gemeinde Christi
14.
Die Taufe
15.
Abendmahl
16.
Geistliche Gaben und Dienste
17.
Die Gabe der Weissagung
18.
Das Gesetz Gottes
19.
Der Sabbat
20.
Gottes Haushalter
21.
Christlicher Lebensstil
22.
Ehe und Familie
23.
Christi Dienst im himmlischen Heiligtum
24.
Die Wiederkunft Christi
25.
Tod und Auferstehung
26.
Die tausend Jahre und das Ende der Sünde
27.
Die neue Erde
Die
Heilige Schrift
Die Heilige
Schrift - Altes und Neues Testament - ist das geschriebene Wort
Gottes, durch göttliche Inspiration heiligen Menschen
anvertraut, die geredet und geschrieben haben, getrieben vom
Heiligen Geist. In diesem Wort hat Gott dem Menschen alles
mitgeteilt, was zu dessen Errettung nötig ist. Die Heilige
Schrift ist die unfehlbare Offenbarung seines Willens. Sie ist
der Maßstab für den Charakter und der Prüfstein aller
Erfahrungen. Sie ist die maßgebende Offenbarungsquelle aller
Lehre und der zuverlässige Bericht von Gottes Handeln in der
Geschichte. (2. Petr. 1, 20. 21; 2. Tim. 3, 16. 17; Ps. 119,
105; Spr. 30, 5. 6; Jes. 8, 20; Joh. 10, 35; 17, 17; 1. Thess.
2, 13; Hebr. 4, 12.)
Die
Dreieinigkeit
Es ist ein
Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist - drei in Einheit
verbunden, von Ewigkeit her. Gott ist unsterblich, allmächtig
und allwissend; er steht über allem und ist allgegenwärtig. Er
ist unendlich und jenseits aller menschlichen Vorstellungskraft.
Dennoch kann er erkannt werden, weil er sich selbst offenbart
hat. In alle Ewigkeit gebührt ihm Ehre, Anbetung und der Dienst
der ganzen Schöpfung. (5. Mose 6, 4; 29, 28; Matth. 28, 19. 20;
2. Kor. 13, 13; Eph. 4, 4-6; l. Petr. 1, 2; 1. Tim. l, 17; Offb.
14, 6. 7.)
Der
Vater
Gott der
ewige Vater ist Schöpfer, Ursprung, Erhalter und der Herr alles
Geschaffenen. Er ist gerecht und heilig, barmherzig und gnädig,
langmütig und von großer Liebe und Treue. Die Eigenschaften und
die Macht, wie der Sohn und der Heilige Geist sie bekunden, sind
gleichermaßen Offenbarungen des Vaters.
(1. Mose l, 1; Offb. 4, 11; 1. Kor. 15,28; Joh. 3, 16; 1. Joh.
4, 8; l. Tim. 1, 17; 2. Mose 34, 6. 7; Joh. 14, 9.)
Der
Sohn
Gott der
ewige Sohn wurde Mensch in Jesus Christus. Durch ihn ist alles
geschaffen. Durch ihn ist Gottes Wesen offenbart. Er hat die
Erlösung der Menschheit bewirkt und die Welt gerichtet. Ewig
wahrer Gott, wurde er auch wahrer Mensch: Jesus Christus. Er
wurde gezeugt durch den Heiligen Geist und geboren von der
Jungfrau Maria. Er lebte als Mensch, wurde versucht als Mensch
und war dennoch die vollkommene Verkörperung der Gerechtigkeit
und Liebe Gottes. Seine Wunder bezeugten die Macht Gottes und
bestätigten ihn als den von Gott verheißenen Erlöser. Er litt
und starb aus freiem Willen für unsere Sünden an unserer Statt
am Kreuz, wurde von den Toten auferweckt und fuhr gen Himmel, um
für uns im himmlischen Heiligtum zu dienen. Er wird wiederkommen
in Herrlichkeit zur endgültigen Errettung seines Volkes und zur
Wiederherstellung aller Dinge. (Joh. 1, 1-3.14; 5, 22; Kol. 1,
15-19; Joh. 10, 30; 14, 9; Röm. 5, 18; 6, 23; 2.Kor. 5, 17-21;
Luk. 1, 35; Phil. 2, 5-11; 1. Kor. I5, 3. 4; Hebr. 2, 9-18; 4,
15; 7, 25; 8, 1. 2; 9, 28; Joh. 14, 1-3; 1. Petr. 2, 21; Offb.
22, 20.)
Der
Heilige Geist
Gott der
ewige Geist wirkte zusammen mit dem Vater und dem Sohn bei der
Schöpfung, bei der Menschwerdung und bei der Erlösung. Er
inspirierte die Schreiber der Heiligen Schrift. Er erfüllte
Christi Leben mit Kraft. Er zieht die Menschen zu Gott und
überführt sie ihrer Sünde. Die sich ihm öffnen, erneuert er und
verwandelt sie in das Ebenbild Gottes. Gesandt vom Vater und vom
Sohn, damit er allezeit bei Gottes Kindern sei, gibt der Heilige
Geist der Gemeinde geistliche Gaben, befähigt zum Zeugnis für
Christus und leitet - in Übereinstimmung mit der Heiligen
Schrift - in alle Wahrheit. (1. Mose l, 1. 2; Luk. 1, 35; 2.
Petr. 1, 21; Luk. 4, 18; Apg. 10, 38; 2. Kor. 3, 18; Eph. 4, 11.
12; Apg. 1, 8;Joh. 14, 16-18. 26; 15, 26. 27; 16, 7-13; Röm. 1,
1-4.)
Die
Schöpfung
Gott ist der
Schöpfer aller Dinge. Er hat in der Heiligen Schrift den
zuverlässigen Bericht seines schöpferischen Wirkens offenbart.
In sechs Tagen schuf der Herr "Himmel und Erde" und alle
Lebewesen auf der Erde und ruhte am siebenten Tag dieser ersten
Woche. So setzte er den Sabbat ein als eine beständige
Erinnerung an sein vollendetes schöpferisches Werk. Der erste
Mann und die erste Frau wurden als Krönung der Schöpfung zum
Bild Gottes geschaffen. Ihnen wurde die Herrschaft über die Erde
übertragen und die Verantwortung, sie zu bewahren. Die Schöpfung
war nach ihrer Vollendung "sehr gut" und ein Ausdruck der
Herrlichkeit Gottes. (1. Mose 1 und 2; 2. Mose 20, 8-11; Ps.
104; Hebr. 11,3; Joh. 1, 1-3; Kol. 1, 16. 17.)
Der
Mensch
Mann und
Frau wurden nach dem Bild Gottes geschaffen mit dem Vermögen und
der Freiheit, als Persönlichkeit zu denken und zu handeln. Der
Mensch ist eine unteilbare Einheit aus Leib, Seele und Geist und
obwohl als freies Wesen geschaffen - völlig abhängig von Gott.
Als Adam und Eva, unsere ersten Eltern, Gott ungehorsam wurden,
verleugneten sie ihre Abhängigkeit von ihm und verloren dadurch
ihre hohe Stellung vor Gott. Das Bild Gottes in ihnen wurde
entstellt, und sie wurden der Macht des Todes unterworfen.
Seitdem stehen alle Menschen unter der Sünde mit allen ihren
Folgen. Sie werden mit Schwachheit und Neigung zum Bösen
geboren. Durch Christus aber versöhnte Gott die Welt mit sich
selber, und durch den Heiligen Geist wird in sterblichen
Menschen, die zur Umkehr bereit sind, das Bild ihres Schöpfers
wiederhergestellt. Zur Ehre Gottes geschaffen, sind sie gerufen,
ihn und einander zu lieben sowie für ihre Umwelt verantwortlich
zu handeln. (1. Mose 1, 26-28; 2, 7; Ps. 8, 4-7; Apg. 17,24-28;
1. Mose 3; Ps. 51, 5; Röm. 5, 12-17; 2. Kor. 5, 19. 20.)
Der
große Kampf
Die ganze
Menschheit ist hineingezogen in eine große Auseinandersetzung
zwischen Christus und Satan, bei der es um das Wesen Gottes,
sein Gesetz und seine Herrschaft über das Universum geht. Dieser
Streit hatte seinen Ursprung im Himmel, als ein geschaffenes
Wesen, ausgestattet mit Entscheidungsfreiheit, durch
Selbsterhöhung zum Satan, zum Widersacher Gottes, wurde. Auch
einen Teil der Engel hat er zum Aufruhr verführt. Als Satan Adam
und Eva zur Sünde verleitete, brachte er den Geist des Aufruhrs
auch auf unsere Erde . Die Sünde hat das Bild Gottes im Menschen
entstellt, die geschaffene Welt in Unordnung gebracht und
schließlich durch eine weltweite Flut verwüstet. Unsere Erde ist
vor der gesamten Schöpfung zum Austragungsort eines universalen
Konfliktes geworden , in dem sich der Gott der Liebe letztlich
als Sieger erweisen wird. Christus sendet den Heiligen Geist und
seine Engel, um seinem Volk in diesem Kampf beizustehen, es zu
führen, zu schützen und auf dem Weg des Heils zu bewahren. (Offb.
12, 3-9; Jes. 14, 12-14; Hes. 28, 12-18; 1. Mose 3. 6-8; 2.
Petr. 3, 5. 6; Röm. 1, 19-32; 5, 12-21; 8, 19-22; Hebr. 1, 4-14;
l. Kor. 4, 9.)
Leben,
Tod und Auferstehung Christi
Christus
führte ein Leben vollkommenen Gehorsams gegenüber dem Willen
Gottes. Sein Leiden, sein Tod und seine Auferstehung sind nach
Gottes Vorsehung die einzigen Mittel, die Sünde des Menschen zu
sühnen. Wer diese Versöhnung im Glauben annimmt, hat das ewige
Leben. Die ganze Schöpfung kann so die unendliche und heilige
Liebe des Schöpfers besser verstehen. Diese vollkommene
Versöhnung erweist die Gerechtigkeit des Gesetzes Gottes und
offenbart Gottes Güte. Dadurch wird unsere Sünde verurteilt und
zugleich ein Weg zu ihrer Vergebung geöffnet. Christi
stellvertretender Tod hat sühnende, versöhnende und umwandelnde
Wirkung. Christi Auferstehung verkündet Gottes Triumph über die
Mächte des Bösen und sichert allen, die sich versöhnen lassen,
endgültigen Sieg über Sünde und Tod am Ende der Weltzeit zu. in
seiner Auferstehung wird offenbar, dass Christus der Herr ist.
Vor ihm werden einst alle im Himmel und auf Erden ihre Knie
beugen. (Joh. 3,16; Jes. 53; 2. Kor. 5, 14. 15. 19-21; Röm. 1,
4; 3, 25; 4, 25; 8, 3.4; Phil. 2, 6-11; 1. Joh. 2, 2; 4, 10;
Kol. 2, 15.)
Die
Erfahrung der Erlösung
In seiner
unendlichen Liebe und Barmherzigkeit hat Gott Christus, der von
keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm
vor Gott Gerechte würden. Durch den Heiligen Geist verspüren wir
unsere Not, erkennen wir unsere Sündhaftigkeit, bereuen wir
unsere Verfehlungen und glauben an Jesus als Herrn und Erretter,
der sich stellvertretend für uns hingab und unser Vorbild ist.
Dieser Glaube, der zum Heil führt, entsteht durch die Kraft des
Wortes Gottes und ist die Gabe seiner Gnade. Durch Christus sind
wir gerechtfertigt, von Gott als Söhne und Töchter angenommen
und von der Herrschaft der Sünde befreit. Durch den Geist sind
wir wiedergeboren und geheiligt. Der Geist erneuert unser Denken
und Sinnen, schreibt Gottes Gesetz der Liebe in unser Herz und
gibt uns die Kraft zu einem heiligen Leben. Wer in Christus
bleibt, wird Teilhaber der göttlichen Natur und hat die
Gewissheit des Heils jetzt und im Gericht.
(Ps. 27,1; Jes. 12, 2; Jona 2, 9; Joh. 3, 16; 2. Kor. 5, 17-21;
Gal. I, 4; 2, 19. 20; 3, 13; 4, 4-7; Röm. 3, 24-26;4, 25; 5,
6-10; 8, 1-4. 14. 15. 26. 27; 10, 17; I. Kor. 2, 5; 15, 3. 4;
1.Joh. 1, 9; 2, 1.
2; Eph. 2, 5-10; 3, 16-19; Gal. 3, 26; Joh. 3, 3-8; Matth.
18, 3; 1. Petr. 1, 23; 2, 21; Hebr. 8, 7-12.)
Die
Gemeinde
Die Gemeinde
ist die Gemeinschaft von Gläubigen, die Jesus Christus als ihren
Herrn und Erlöser bekennen. Wie das Volk Gottes zur Zeit des
Alten Testaments ist auch die Gemeinde des Neuen Testaments aus
der Welt herausgerufen. Sie vereint sich zur Anbetung, zur
Gemeinschaft, zur Unterweisung im Wort, zur Feier des
Abendmahls, zum Dienst an den Mitmenschen und zur Verkündigung
des Evangeliums in aller Welt. Die Gemeinde erhält ihre
Vollmacht von Christus, dem Fleisch gewordenen Wort, und aus der
Heiligen Schrift, dem geschriebenen Wort. Die Gemeinde ist die
Familie Gottes. Ihre Glieder, von ihm als Kinder angenommen,
leben auf der Grundlage des Neues Bundes. Die Gemeinde ist eine
Gemeinschaft des Glaubens, der Leib Christi, dessen Haupt er
ist. Sie ist die Braut, für die Christus starb, damit er sie
heilige und reinige. Bei seiner Wiederkunft in Herrlichkeit wird
er sie sich selbst darstellen als verherrlichte Gemeinde. Es
sind die Treuen aller Zeiten, erworben durch sein Blut, ohne
Flecken und Runzeln, heilig und unsträflich. (1. Mose 12, 3; Apg.
7, 38; Matth. 21, 43; 16, 13-20; Joh. 20, 21. 22; Apg. 1, 8; Röm.
8, 15-17; 1. Kor. 12, 13-27; Eph. 1,15. 23; 2, 12; 3, 8-11. 15;
4, 11-15.)
Die
Übrigen und ihr Auftrag
Die
weltweite Gemeinde setzt sich zusammen aus allen, die wahrhaft
an Christus glauben. Doch in der letzten Zeit, einer Zeit
weitverbreiteten Abfalls, ist eine Schar der Übrigen
herausgerufen, um an den Geboten Gottes festzuhalten und den
Glauben an Jesus zu bewahren. Diese Übrigen weisen darauf hin,
dass die Stunde des Gerichts gekommen ist, predigen, dass es
Erlösung allein durch Christus gibt, und verkündigen seine
Wiederkunft. Die drei Engel in Offenbarung 14 sind Sinnbild
dieser Verkündigung. Sie geht einher mit dem Gerichtsgeschehen
im Himmel und führt auf Erden zu einer Bewegung der Buße und
Erneuerung. Jeder Gläubige ist aufgefordert, sich an diesem
weltweiten Zeugnis persönlich zu beteiligen. (Mark. 16, 15;
Matth. 28, 18-20; 24, 14; 2. Kor. 5, 10; Offb. 12, 17; 14,6-12;
18, 1-4; Eph. 5, 22-27; Offb. 21, 1-14.)
Die
Einheit der Gemeinde Christi
Die Gemeinde
ist ein Leib mit vielen Gliedern, herausgerufen aus allen
Nationen, Geschlechtern, Sprachen und Völkern. In Christus ist
der Gläubige eine neue Schöpfung. Rassische, kulturelle,
bildungsmäßige, nationale, soziale und gesellschaftliche
Unterschiede sowie Unterschiede zwischen Mann und Frau dürfen
nicht zu Spaltungen in der Gemeinde führen. In Christus sind
alle gleich; durch einen Geist zur Gemeinschaft mit ihm und
untereinander zusammengefügt. Wir sollen einander dienen, ohne
Voreingenommenheit und Vorbehalt. Weil sich Jesus Christus in
der Schrift offenbart hat, verbindet uns ein Glaube und eine
Hoffnung - das bezeugen wir vor allen Menschen. Dieses Einssein
hat seinen Ursprung in der Einheit des dreieinigen Gottes, der
uns zu seinen Kindern gemacht hat. (Ps. 133,l; 1. Kor. 12,
12-14; Apg. 17, 26. .27; 2. Kor. 5, 16. 17; Gal. 3,27-29; Kol.
3, 10-15; Eph. 4, 1-6; Joh. 17, 20-23; Jak. 2, 2-9; 1. Joh.
5,1.)
Die
Taufe
Durch die
Taufe bekennen wir unseren Glauben an den Tod und die
Auferstehung Jesu Christi und geben Zeugnis, dass wir für die
Sünde tot sind und entschlossen, ein neues Leben zu führen.
Damit anerkennen wir Christus als Herrn und Erlöser, werden
seinem Volk hinzugefügt und als Glieder seiner Gemeinde
angenommen. Die Taufe ist ein Sinnbild für unsere Gemeinschaft
mit Christus, für die Vergebung unserer Sünden und für den
Empfang des Heiligen Geistes. Sie ist eine Bestätigung des
Glaubens an Jesus Christus sowie ein Zeichen der Reue über die
Sünde und wird vollzogen durch Untertauchen im Wasser. Ihr geht
Unterweisung in der Heiligen Schrift und die Annahme ihrer
Lehren voraus. (Matth. 3, 13-16;28, 19. 20; Apg. 2, 38; 16,
30-33; 22, 16; Röm. 6, 1-6; Gal. 3, 27; 1. Kor. 12, 13; Kol. 2,
12. 13; 1. Petr. 3, 21.)
Abendmahl
Beim
Abendmahl nehmen wir Brot und Wein zu uns, die Zeichen für den
Leib und das Blut Jesu Christi, und bringen dadurch unseren
Glauben an ihn als unseren Herrn und Erlöser zum Ausdruck. In
diesem Erlebnis der Gemeinschaft ist Christus gegenwärtig, um
unter seinem Volk zu sein und es zu stärken. Durch die Teilnahme
am Abendmahl verkünden wir voll Freude des Herrn Tod, bis er
wiederkommt. Zur Vorbereitung gehören Selbstprüfung, Reue und
Sündenbekenntnis. Der Herr gebot auch den Dienst der
Fußwaschung. Die Fußwaschung weist auf die Notwendigkeit
erneuter Reinigung hin, ist Ausdruck der Bereitschaft, einander
in Demut zu dienen, wie Christus es tat, und soll unsere Herzen
in Liebe verbinden. Am Abendmahl können alle gläubigen Christen
teilnehmen. (Matth.26, 17-30; l. Kor. 11, 23-30; 10, 16. 17; Joh.
6, 48-63; Offb. 3, 20; Joh. 13, 1-17.)
Geistliche
Gaben und Dienste
Gott rüstet
die Glieder seiner Gemeinde zu allen Zeiten mit geistlichen
Gaben aus. Jedes Glied soll die ihm verliehenen Gaben in Liebe
und Dienstgesinnung zum Nutzen der Gemeinde und der Mitmenschen
einsetzen. Diese Gaben, die der Geist nach seinem Ermessen
zuteilt, befähigen die Gläubigen zu allen Diensten, die die
Gemeinde zur Erfüllung der ihr von Gott gestellten Aufgaben
braucht. Gemäß der Schrift gehören dazu: Glaube, Heilung,
Weissagung, Verkündigung, Lehre, Verwaltung, Versöhnung,
Barmherzigkeit, selbstloser Dienst und Nächstenliebe, damit
andere getröstet und ermutigt werden. Für Seelsorge,
Verkündigung und Unterweisung werden Gemeindeglieder, die von
Gott gerufen und vom Heiligen Geist befähigt sind, in ihrem
Dienst von der Gemeinde anerkannt. Sie tragen dazu bei, die
Glieder der Gemeinde zum Dienst zuzurüsten, die Gemeinde zur
geistlichen Reife zu führen sowie die Einheit im Glauben und in
der Erkenntnis Gottes zu fördern. Wenn die Gemeindeglieder diese
geistlichen Gaben als treue Haushalter der vielfältigen Gnade
Gottes einsetzen, bleibt die Gemeinde vor dem zerstörenden
Einfluss falscher Lehren bewahrt, wird in der von Gott
vorgesehenen Weise wachsen und aufgebaut in Glaube und Liebe. (Röm.
12, 4-8; l. Kor. 12, 9-11. 27. 28; Eph. 4, 8. 11-16; 2. Kor. 5,
14-21; Apg. 6, 1-7; 1. Tim. 2, 1-3; 1. Petr. 4, 10. 11; Kol. 2,
19; Matth. 25, 31-36.)
Die
Gabe der Weissagung
Eine der
Gaben des Heiligen Geistes ist die Weissagung. Diese Gabe ist
ein Kennzeichen der Gemeinde der Übrigen und hat sich im Dienst
von Ellen G. White erwiesen. Die Schriften dieser Botin des
Herrn sind eine fortwirkende, bevollmächtigte Stimme der
Wahrheit und geben der Gemeinde Trost, Führung, Unterweisung und
Zurechtweisung. Sie heben auch deutlich hervor, dass die Bibel
das Maß ist, an dem alle Lehre und Erfahrung geprüft werden
muss. (Joel 3, 1. 2; Apg. 2, 14-21; Hebr. 1, 1-3; Offb. 12, 17;
19, 10.)
Das
Gesetz Gottes
Die
Grundzüge des Gesetzes Gottes sind in den Zehn Geboten
zusammengefasst und im Leben Jesu Christi beispielhaft
dargestellt. In den Geboten kommen Gottes Liebe, sein Wille und
seine Absichten für das Leben des Menschen zum Ausdruck - für
sein Verhalten und für die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die
Zehn Gebote sind bindend für die Menschen aller Zeiten,
Grundlage für Gottes Bund mit seinem Volk und Maßstab in Gottes
Gericht. Durch das Wirken des Heiligen Geistes decken sie die
Sünde auf und wecken das Verlangen nach einem Erlöser. Die
Erlösung geschieht allein aus Gnade, nicht durch Werke; ihre
Frucht jedoch ist Gehorsam gegenüber den Geboten. Er trägt dazu
bei, einen christlichen Charakter zu entfalten und schenkt
inneren Frieden. Dieser Gehorsam bekundet unsere Liebe zum Herrn
und unsere Verantwortung für den Mitmenschen. Im Gehorsam des
Glaubens erweist sich Christi Macht, das Leben eines Menschen zu
ändern, und bekräftigt so das christliche Zeugnis.
(2. Mose 20, 1-17; Matth. 5, 17; 5. Mose 28, I-14; Ps. 19, 8-12;
Joh. 14,15; Röm. 8, 1-4; 1. Joh. S, 3; Matth.
22, 36-40; Eph.
2, 8.)
Der
Sabbat
Nach sechs
Schöpfungstagen ruhte Gott am siebenten Tag und setzte dann den
Sabbat für alle Menschen zum Gedenken an die Schöpfung ein. Das
vierte Gebot in Gottes unwandelbarem Gesetz gebietet die
Heiligung des Sabbats - des siebenten Tages der Woche - als Tag
der Ruhe, der Anbetung und des Dienens, so wie es uns Jesus
Christus, der Herr des Sabbats, gelehrt und vorgelebt hat. Der
Sabbat ist ein Tag froher Gemeinschaft mit Gott und
untereinander. Er ist ein Sinnbild unserer Erlösung durch
Christus, ein Zeichen unserer Heiligung, ein Zeugnis unseres
Gehorsams und ein Vorgeschmack des ewigen Lebens im Reiche
Gottes. Der Sabbat ist Gottes bleibendes Zeichen seines ewigen
Bundes mit seinem Volk. Wer diese heilige Zeit begeht, von Abend
bis Abend, von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang, feiert
Gottes schöpferisches und erlösendes Handeln. (1. Mose 2, 1-3;
2. Mose 20, 8-11; 31, 12-17; Luk. 4, 16; Hebr. 4, 1-11; 5. Mose
5, 12-15; Jes. 56,4. 5; 58, 13. 14; 13. 14; 3. Mose 23, 32;
Mark. 2, 27. 28.)
Gottes
Haushalter
Wir sind
Haushalter Gottes. Er hat uns Zeit und Möglichkeiten,
Fähigkeiten und Besitz, den Ertrag der Erde und ihre
Bodenschätze anvertraut. Für einen vernünftigen Umgang damit
sind wir Gott verantwortlich. Wir anerkennen Gott als
Eigentümer, wenn wir ihm und den Mitmenschen treu dienen, ihm
den Zehnten und Gaben darbringen, um die Verkündigung seines
Evangeliums und das Wachstum seiner Gemeinde zu fördern. Recht
geübte Haushalterschaft ist eine Möglichkeit, die Gott uns gibt,
um in der Liebe zu wachsen sowie Selbstsucht und Habgier zu
überwinden. Der Haushalter freut sich über den Segen, den andere
durch seine Treue empfangen. (1. Mose 1, 26-28; 2, 15; Haggai 1,
3-11; Mal.3, 8-12; Matth. 23, 23; 1. Kor. 9, 9-14.)
Christlicher
Lebensstil
Wir sind
berufen, ein gottesfürchtiges Volk zu sein, das in
Übereinstimmung mit dem Wort Gottes denkt, fühlt und handelt.
Damit der Heilige Geist in uns ein christusähnliches Wesen
wirken kann, beschäftigen wir uns bewusst mit dem, was in uns
Reinheit, Gesundheit und Freude fördert. Freizeitgestaltung und
Geselligkeit sollen dem hohen Anspruch von Lebensstil und
Schönheit entsprechen, wie sie christlichem Glauben angemessen
sind. Während wir durchaus kulturelle Unterschiede
berücksichtigen, sind wir darauf bedacht, uns einfach, schlicht
und geschmackvoll zu kleiden; denn wahre Schönheit besteht nicht
in Äußerlichkeiten, sondern in dem unvergänglichen Schmuck der
Freundlichkeit und Herzensgüte. Das schließt auch ein, dass wir
für unseren Leib, der ein Tempel des Heiligen Geistes ist, in
vernünftiger Weise Sorge tragen. Neben ausreichender
körperlicher Bewegung und Ruhe wollen wir uns so gesund wie
möglich ernähren und uns der Speisen enthalten, die in der
Heiligen Schrift als unrein bezeichnet werden. Wir enthalten uns
auch der alkoholischen Getränke, des Tabaks, der Drogen und
lehnen den Missbrauch von Medikamenten und Narkotika ab, weil
sie unserem Körper schaden. Statt dessen befassen wir uns mit
dem, was unsere Gedanken und unseren Körper unter die Zucht
Christi stellt. Gott will unser Bestes: Freude und Wohlergehen.
(1. Joh. 2, 6; Eph. 5, 1-13; Röm. 12, 1. 2; 1. Kor. 6, 19. 20;
10, 31; 1. Tim. 2, 9. 10; 3. Mose 11; 2. Kor. 7, l; 1. Petr. 3,
1-4; 2. Kor. 10, 5; Phil. 4, 8.)
Ehe
und Familie
Die Ehe, von
Gott im Garten Eden eingesetzt und von Jesus Christus bestätigt,
soll eine lebenslange Verbindung zwischen einem Mann und einer
Frau in einer von Liebe erfüllten Gemeinschaft sein. Für den
Christen gilt das Ehegelöbnis sowohl Gott als auch dem
Ehepartner gegenüber. Eine Ehe sollte nur zwischen Partnern
gemeinsamen Glaubens geschlossen werden. Gegenseitige Liebe,
Wertschätzung, Achtung und Verantwortung sind die Grundlage der
Ehe. Sie soll die Liebe, Heiligkeit, Innigkeit und Beständigkeit
der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde
widerspiegeln. Jesus hat gelehrt, dass Ehebruch begeht, wer sich
von seinem Ehepartner scheiden lässt - es sei denn wegen Unzucht
- und einen anderen heiratet. Selbst wenn manche ehelichen und
familiären Verhältnisse nicht ideal sind, können dennoch
Ehepartner, die sich einander in Christus die Treue halten,
durch die Führung des Heiligen Geistes und durch den Zuspruch
der Gemeinde verbunden bleiben. Gott segnet die Familie und
möchte, dass die Familienangehörigen auf dem Weg zur völligen
Reife einander beistehen. Eltern sollen ihre Kinder so erziehen,
dass sie den Herrn lieben lernen und ihm gehorchen. Durch Wort
und Vorbild sollen Eltern ihre Kinder zu der Erkenntnis führen,
dass Christus ein liebevoller Erzieher ist, voll Güte und
Fürsorge, der sie zu Gliedern seines Leibes und damit zur
Familie Gottes machen möchte. Wie wichtig die Stärkung des
Familienzusammenhalts ist, wird in der Botschaft des Evangeliums
der Endzeit besonders betont.
(1. Mose 2, 18-25; 5. Mose 6, S-9; Joh. 2, 1-11; Eph. 5, 21-33;
Matth. 5,31. 32; 19, 3-9; Spr. 22, 6; Eph. 6, 1-4; Mal. 3, 23.
24; Mark. 10, 11.
12; Luk. 16,
18; 1. Kor. 7, 10. 11.)
Christi
Dienst im himmlischen Heiligtum
Es gibt ein
Heiligtum im Himmel, die wahre Stiftshütte, die Gott
aufgerichtet hat und kein Mensch. Dort dient Christus für uns.
Durch seinen Dienst macht er sein versöhnendes Opfer, das ein
für allemal am Kreuz geschah, den Gläubigen zugänglich. Mit
seiner Himmelfahrt wurde er als unser großer Hohepriester
eingesetzt und nahm seinen Mittlerdienst auf. 1844, am Ende der
prophetischen Zeit der 2300 Tage, begann die zweite und letzte
Phase seines Versöhnungsdienstes. Diese Phase verstehen wir im
Sinne eines Untersuchungsgerichts, das zur endgültigen
Beseitigung der Sünde beiträgt, wie sie durch die Reinigung des
alttestamentlichen Heiligtums am Versöhnungstag vorgebildet war.
Die Abbilder der himmlischen Dinge wurden mit dem Blut von
Tieropfern gereinigt; die himmlischen Dinge selbst aber
erfordern ein wirksameres Opfer: das vollkommene Opfer Jesu
Christi. Das Untersuchungsgericht offenbart den himmlischen
Wesen, welche Menschen im Glauben an den Herrn gestorben und
dadurch würdig sind, an der ersten Auferstehung teilzuhaben. Es
zeigt auch auf, wer von den Lebenden Gemeinschaft mit Christus
hat, an den Geboten Gottes festhält und den Glauben an Jesus
bewahrt. Wer so in Christus ist, der ist bereit für die
Verwandlung und wird eingehen in Gottes ewiges Reich. Dieses
Gericht offenbart die Gerechtigkeit Gottes dadurch, dass Gott
alle rettet, die an Jesus Christus glauben. So wird bestätigt,
dass alle, die Gott treu geblieben sind, das Reich empfangen
werden. Mit der Vollendung des Dienstes Christi findet für den
Menschen die Zeit seiner Bewährung vor der Wiederkunft Christi
ihren Abschluss. (Hebr. 1, 3; 8, 1-5; 9, 11-28; Dan. 7, 9-27; 8,
13. 14; 9, 24-27; 4. Mose 14, 34; Hes. 4, 6; Mal. 3, l; 3. Mose
16; Offb. 14, 12; 20, 12; 22, 12.)
Die
Wiederkunft Christi
Das zweite
Kommen Christi ist die selige Hoffnung der Gemeinde und die
herrliche Erfüllung des Evangeliums. Der Erlöser wird wirklich,
persönlich und weltweit sichtbar erscheinen. Wenn er
wiederkommt, werden die verstorbenen Gerechten auferweckt und
zusammen mit den lebenden Gerechten verherrlicht in den Himmel
aufgenommen; die Ungerechten aber werden sterben. Die Erfüllung
der meisten prophetischen Aussagen sowie der gegenwärtige
Zustand der Welt weisen darauf hin, dass Christi Kommen nahe
bevorsteht. Der Zeitpunkt dieses Ereignisses ist nicht offenbart
worden; deshalb sind wir aufgefordert, jederzeit bereit zu sein.
(Tit. 2, 13; Joh. 14, 1-3; Apg. 1, 9-11; 1. Thess. 4, 16. 17; 1.
Kor. 15, 15-54; 2. Thess. 2, 8; Matth. 24; Mark. 13; Luk. 21; 2.
Tim. 3, 1-5; Joel 4, 9-16; Hebr. 9, 28.)
Tod
und Auferstehung
Der Lohn der
Sünde ist der Tod. Gott aber, der allein unsterblich ist,
schenkt seinen Erlösten ewiges Leben. Bis zu jenem Tag sind alle
verstorbenen Menschen in einem Zustand ohne Bewusstsein. Wenn
Christus, der unser Leben ist, wiederkommt, werden die
auferweckten und lebenden Gerechten verherrlicht und entrückt,
um ihrem Herrn zu begegnen. Das ist die erste Auferstehung. Die
zweite Auferstehung aber, die Auferstehung der Ungerechten,
geschieht tausend Jahre später.
(1. Tim. 6, 15. 16; Röm. 6, 23; 1. Kor. 15, 51-54; Pred. 9, 5.
6; Ps. 146, 4; 1. Thess. 4, 13-17; Röm. 8, 35-39; Joh. 5, 28.
29; Offb. 20, 1-10; Joh. 5, 24.)
Die
tausend Jahre und das Ende der Sünde
Die Bibel
spricht von tausend Jahren zwischen der ersten und zweiten
Auferstehung (Millenium), in denen Christus mit seinen Heiligen
im Himmel herrscht. Während dieser Zeit wird über die gottlosen
Toten Gericht gehalten. Die Erde befindet sich in einem
verwüsteten Zustand; kein Mensch lebt darauf, nur Satan und
seine Engel. Am Ende der tausend Jahre kommen Christus und seine
Heiligen sowie die Heilige Stadt vom Himmel zur Erde herab. Dann
werden die Ungerechten aus dem Tod auferweckt. Mit Satan und
seinen Engeln werden sie die Heilige Stadt belagern. Aber Feuer
von Gott wird sie verzehren und die Erde reinigen. So wird das
Universum auf ewig von Sünde und Sündern befreit. (Offb. 20;
Sach. 14, 1-4; Mal. 3, 19; Jer. 4, 23-26; 1. Kor. 6, 1-3; 2.
Petr. 2, 4; Hes. 28, 18; 2. Thess. 1, 7-9; Offb. 19, 17.18. 21.)
Die
neue Erde
Auf der
neuen Erde, auf der Gerechtigkeit wohnt, wird Gott eine ewige
Heimat für die Erlösten schaffen - eine vollkommene Welt des
ewigen Lebens, der Liebe, der Freude und zunehmender Erkenntnis
in seiner Gegenwart. Gott selbst wird unter seinem Volk wohnen,
Leid und Tod werden nicht mehr sein. Der große Kampf ist zu
Ende. Nie mehr wird es Sünde geben. Alles, das Belebte und das
Unbelebte, wird davon künden, dass Gott Liebe ist. Er wird in
Ewigkeit regieren. (2. Petr. 3, 13; 1. Mose 17, 1-8; Jes. 35;
65, 17-25; Matth. 5, 5; Offb. 21, 1-7; 22, 1-5; 11, 15.)